Wenn Bruchstellen golden werden: Kintsugi im BERGERGUT

Blogbeitrag erstellt am
23.07.2026
Ein Teller fällt. Ein Sprung zieht sich durch die Keramik. Früher wäre das vielleicht das Ende gewesen. Der Teller wäre im Müll gelandet. Bei uns im BERGERGUT beginnt damit manchmal eine neue Geschichte.

Was ist Kintsugi?

Kintsugi ist eine traditionelle japanische Reparaturmethode, bei der zerbrochene Keramik nicht versteckt, sondern liebevoll sichtbar gemacht wird. Die Bruchstellen werden mit einem speziellen Lack repariert und oft mit Gold-, Silber- oder Platinpulver veredelt. Wörtlich bedeutet Kintsugi so viel wie „Goldverbindung“ oder „mit Gold verbinden“.

Dabei geht es nicht darum, Risse und Brüche zu kaschieren. Ganz im Gegenteil: Sie werden bewusst hervorgehoben und werden Teil der Geschichte eines Stücks.

Für uns im BERGERGUT ist Kintsugi ein wunderschönes Zeichen für Wertschätzung, Nachhaltigkeit und die Schönheit der Unvollkommenheit. Es ist nicht nur Handwerkskunst, sondern auch eine tiefgehende Philosophie. Denn nicht alles, was zerbricht, ist verloren – manchmal wird es dadurch erst besonders.
 

Warum wir im BERGERGUT Kintsugi verwenden

Weil wir daran glauben, dass nicht alles, was zerbricht, sofort ersetzt werden muss.

Zerbrochene Teller und Schüsseln, v.a. jenen Unikaten, die wir von Mühlviertler Keramikerinnen beziehen, bekommen bei uns eine zweite Chance. Mit viel Liebe und Sorgfalt repariert Gastgeberin Astrid unsere Keramik. So dürfen diese besonderen Unikate weiterhin Teil unserer Geschichte sein.

Das ist für uns gelebte Nachhaltigkeit – und gleichzeitig ein Zeichen von Wertschätzung gegenüber dem Material, dem Handwerk und den besonderen Momenten, die damit verbunden sind.

Jedes Stück wird dadurch einzigartig. Genauso wie unser Haus. Und genauso wie all unsere Gastgeber:innen.

Kintsugi mit Astrid, Nachhaltigkeit im Hotel BERGERGUT
Kintsugi mit Astrid, Nachhaltigkeit im Hotel BERGERGUT
Kintsugi mit Astrid, Nachhaltigkeit im Hotel BERGERGUT

Was hat das alles mit Liebe zu tun?

Kintsugi ist viel mehr als nur eine Technik, um Keramik zu reparieren. Hinter jeder goldenen Linie verbirgt sich eine besondere Lebensphilosophie.

Sie verändert unseren Blick auf Brüche, Verluste und Veränderungen. Einfach gesagt: Narben und Erfahrungen machen uns besonders – nicht weniger wertvoll. Die Kintsugi-Philosophie lädt dazu ein, das Unperfekte nicht als Makel zu sehen, sondern als Teil der eigenen Geschichte.

Sie lehrt Akzeptanz, Geduld und Wertschätzung für das Unvollkommene. Sie zeigt, dass Brüche kein Ende bedeuten müssen, sondern auch einen Neuanfang markieren können – sichtbar, ehrlich und mit goldener Bedeutung.

Genauso ist es manchmal auch in unseren Liebesbeziehungen. Nicht Perfektion macht sie wertvoll, sondern das, was gemeinsam erlebt, getragen und liebevoll verbunden wird.
 

Nur Dekoration?

Nein. Unsere Kintsugi-Stücke sind nicht nur schön anzusehen. Wir nutzen ausgewählte Teller und Schüsseln auch weiterhin im Hotelbetrieb.

Wenn Sie also bei Ihrem nächsten Aufenthalt im BERGERGUT einen Teller mit goldenen Linien entdecken, halten Sie kurz inne. Vielleicht ist es kein perfektes Stück Geschirr mehr – aber ein besonders schönes.

Weil es geblieben ist.
Weil es repariert wurde.
Und weil seine Geschichte nun sichtbar ist.

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