"Es braucht viel mehr MUTAUSBRÜCHE"

Blogbeitrag erstellt am
24.11.2025
Gastgeberin Eva-Maria über Mut & Wut und was das mit der BERGERGUT Geschichte zu tun hat.

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Es brauch viel mehr MUTAUSBRÜCHE! | Vlog 3 | Hotel BERGERGUT ****s

 

"Also, wann war euer letzter Mutausbruch?
Mut für erste Schritte, Mut zur Wahrheit, Mut zur Liebe, Mut zur Lücke?


Ganz viel hat das ja auch mit unserer Unternehmergeschichte zu tun.
Und immer wieder, wenn ich von unserer Familien-Unternehmergeschichte rede, erzähle ich von meinem persönlichen Pippi-Langstrumpf-Moment – und was das bedeutet.

Pippi Langstrumpf sagt ja:
„Das habe ich noch nie vorher gemacht, darum bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“

Und so ist es mir unter anderem auch gegangen 2016/2017, als ich von heute auf morgen – nach dem Tod unseres Vaters – das Unternehmen übernommen habe und quasi ins Bergergut und alles, was dazugehört, eingestiegen bin. Innerhalb von einer Nacht.

Ich war überhaupt nicht zu Hause, hatte zu diesem Zeitpunkt eigentlich keine Ahnung, was mich erwartet. Und das war ganz viel Pippi-Langstrumpf-Energie. Das war vielleicht ein wirklicher Mutausbruch.

Im Nachhinein betrachtet kann man auch sagen: ganz viel Blauäugigkeit und Naivität.
Ich habe ganz viele Fehler machen können – und müssen – und auch daraus gelernt. Schnell und teilweise sehr hart.
Aber das braucht man. Und Gott sei Dank gibt es diese Mutausbrüche immer wieder.

Wenn wir jetzt noch einmal in unserer Unternehmensgeschichte zurückgehen:
Am Anfang sehen wir das Bild in den 1960er-Jahren, als aus einer Landwirtschaft, aus einem Wirtshaus – also eigentlich aus einer ganz einfachen Gastwirtschaft – jemand die Vision und den Mut hatte, Sommerfrische zu denken.

Da wurde die Straße gebaut, der Tennisplatz, die Langlaufloipen.
Im Winter hat man Zimmer gestaltet, damit man im Sommer Gäste begrüßen kann.
Er ist mit der Oma im Käfer nach Berlin gefahren und hat dort erste Reisebüros für Sommerfrische und Urlaub im Mühlviertel gewinnen können.
Totaler Mutausbruch.

Oder auch bei meinen Eltern 1989:
Der Eiserne Vorhang ist gerade gefallen. Wir sind direkt an der Grenze, in einem großartigen Nationalparkgebiet – Niemandsland, aber touristisch zu dieser Zeit extrem schwierig.

Meine Eltern haben vieles ausprobiert und sich dann auf Urlaub für Paare spezialisiert.
Als eines der ersten Hotels haben sie diese Nische konsequent besetzt: Adults only, ganz klar für Paare.
Sie haben Himmel- und Höllensuiten gebaut.
Das hat richtig viel Mut gekostet – und natürlich auch ganz viel Gegenwind gebracht.

Und so wiederholt sich das immer wieder in unserer Familien- und Unternehmensgeschichte.
Wahrscheinlich in jeder Unternehmens- und Familiengeschichte.
Denn ohne Mut würde gar nichts entstehen.

Ich bin ein großer Fan davon, dass es viel mehr Mutausbrüche braucht.

Mut braucht Vertrauen.
Mut braucht jugendliche Blauäugigkeit.
Mut braucht vielleicht auch Erfahrung.
Mut braucht aber auch Fehlerkultur – Fehler machen dürfen, wollen, können.

Ich glaube, gerade in Österreich haben wir da noch viel Potenzial.

Mut ist auch heute ein ganz wichtiges Thema.
Mut zur Liebe – gerade in unserer Zeit.
Ich glaube, das braucht richtig viel Kraft:
sich immer wieder mit der Liebe zu verbinden, daran zu glauben, dass Liebe stärker ist als Gewalt, aus Liebe zu handeln, den Menschen und dem, was passiert, mit Liebe zu begegnen.

Das fängt bei sich selbst an und ist eine ganz große Übung.

Und dann noch ein Punkt, den ich total schön finde:
Eine liebe Nachbarin – inzwischen eine ganz enge Freundin – hat zu mir gesagt:
„Eva-Maria, mehr Mut zur Lücke.“

Ich war immer ein bisschen Perfektionistin und habe das mit den Jahren abgelegt.
Zwischen Kind, Geschäft und allem anderen ist das eine riesige Challenge.

Mut zur Lücke heißt:
einfach einmal Dinge liegen lassen,
akzeptieren, dass nicht alles perfekt läuft,
dass manches anders ist, als man es sich vorgestellt hat,
oder auch einmal zu sagen: Heute genieße ich den Tag. Die Arbeit kann warten.

Mut zur Liebe.
Mut zur Lücke.
Mut zu ersten Schritten.
Mut zur Wahrheit.

Wir brauchen mehr Mutausbrüche.

Ich freue mich auf euren Mutausbruch.
Ich freue mich auf meinen nächsten Mutausbruch.
Und ich bin sehr dankbar, dass es in meiner Familie und hier im Bergergut schon so viele Mutausbrüche gegeben hat – denn genau deshalb sind wir heute das, was wir sind."

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