
„HÜTERIN DES STAUNENS“
Aber geht es nicht viel mehr um die innere Haltung dazu?
In einem meiner letzten Diskussionen darüber, übrigens auf einer wunderSCHÖNEN (und gleichzeitig herrlich unperfekten) Terrasse mit Blick auf einen See, waren wir, ein Freund und ich, uns im Conclusio einig: Bei Schönheit (ihrem Wesen nach) geht es keineswegs um Äußerlichkeiten oder Oberflächliches. Wenn wir (wobei auch immer: Kleidung, Ambiente, Kunst, Hobby, Arbeit, uvm.) Wert darauflegen, dass es (für uns) SCHÖN ist (klingt/riecht/schmeckt/aussieht/uvm.), dann geht es um unseren eigenen Wert, um Selbstfürsorge, um Selbstliebe UND darum, mir/uns selbst, aber auch ANDEREN etwas Schönes – und somit wohl: GUTES – zu tun und tun zu wollen/zu können. Da fällt mir mein Opa ein, er meint: „Man kann nur geben, was man selbst hat!“ Eine Kernbotschaft, die mich herausforderte. Aufgeschnappt bei der Speckjause mit Opa. „Coaches“ würden vielleicht Geld dafür verlangen, für meinen 85-jährigen Opa, der in der Nachkriegszeit groß wurde, ist es ein unaufgeregtes, ganz selbstverständliches Lebensmotto. Und mit Egozentrik hat das bei ihm (und seinem Lebensweg) gar nichts zu tun.
Zurück zur „Schönheit“, besonders jener, die von innen kommt. Sie vermag ganz sicherlich zu berühren, zu beglücken, beruhigen, aber auch zu inspirieren, an- und wohl auch auf-regen,... Somit JA! Ja sie bringt uns mit uns selbst, mit unserer „inneren Heimat“ in Berührung. Wow.



Eines vielleicht noch: Was ich persönlich als Voraussetzung zum „erfüllten Leben“ erkenne und ich mich darin auch übe: Offenheit für Schönheit! Wie ein Kind.... STAUNEN. Wir kommen mit der Fähigkeit zum Staunen auf die Welt, erinnern wir uns daran! Denn vielfach verlernen wir es, es wird uns mancherorts regelrecht abtrainiert. Staunen macht mich glücklich, dankbar, berührt mich tief. (Und damit meine ich nicht das „Staunen“ über die vielen Respektlosigkeiten & so kurzsichtigen Dummheiten unserer Spezies. Denn ja, auch hier staunt man dort und da sehr.) Sondern das Staunen über so viele Wunder, die uns geschenkt sind/werden, die vor uns liegen, mit einer Selbstverständlichkeit und in einer Fülle, die mich tief berührt und staunen lässt. WENN wir mit offenen Augen & Herzen durch die Welt gehen. Sie wissen schon wovon ich spreche? Über die Schönheit der Natur. Ich gehe durch den Wald, durch Wiesen, Felder, durch den Garten, über Berge & am See entlang, über den Morgentau & unter dem Abendhimmel... und ich STAUNE. Ich KANN nur staunen. Über so unendlich viel gegebene (uns geschenkte) Schönheit, die uns in der Schöpfung zu jedem Zeitpunkt und überall begegnet. Die uns bedingungslos, vielfältig und gerade zu üppig zu Füßen liegt. Diese Schönheit ist nicht fassbar, sie ist unfassbar VIELFÄLTIG und SCHÖN. Sie entspricht keinem Perfektionsanspruch und ist dennoch so perfekt, auf ganz natürliche Art und Weise. Sie berührt tief, sie macht dankbar, glücklich und nährt. Sie inspiriert und ist die Quelle meines Lebens.


Und so freute es mich sehr, als kürzlich eine ältere Freundin meinte, nachdem ich über die für mich so wertvolle Kraft (auch in dunkleren Tagen) meiner Natur-Spaziergänge schwärmte und erzählte, dass ich so dankbar bin, mich über die kleinen und größeren Schönheiten der Natur so freuen zu können: „Eva-Maria, du bist ansteckend - eine echte „Hüterin des Staunens“!“
DANKE! Öffnen wir unsere Augen, Ohren, Herzen, staunen wir wieder mehr über die vielfältige Schönheit, die uns vielfach begegnet, und vor allem auch in der Natur kostenfrei, bedingungslos beglücken und nähren kann (und möchte). Achten wir sie und somit uns selbst. Fluten wir unsere Sinne, unsere Gedanken, Worte, Taten und Räume mit Schönheit. Wo wir wahrhaftiger Schönheit begegnen, ist immer Liebe am Werk – erfüllen wir uns selbst damit - und geben wir sie weiter.
Anmerkung: In meiner Heimat, in der Natur- & Wald-Idylle des Böhmerwalds und im südböhmischen Naturschutz-Gebiet, direkt vor meiner eigenen Haustüre und hinter meinem Hotel BERGERGUT kann man (fast) gar nicht anders, als sich über die Schönheit der Natur zu erfreuen. Ein wunderbarer Übungsplatz zum wohltuenden Staunen. 😉