Dar und ich liebten es zu tanzen. Das war wahrscheinlich das Erste, was wir zusammen taten, lange bevor wir unser Leben gemeinsam verbrachten. Wir wuchsen in einer kleinen Berggemeinde in Oregon auf, wo fast jeden Samstagabend Tanzfeste veranstaltet wurden.
Dar war 17 und ich war 12, als wir das erste Mal zusammen tanzten. Er war einer der besten Tänzer im Saal, genauso wie ich. Langsame Tänze gehörten nicht in unser Programm, nichts, was im Entferntesten nach Romantik aussah. Wir tanzten und tanzten und tanzten.
Unser gemeinsames Tanzvergnügen wurde für fünf Jahre unterbrochen, als Dar im Zweiten Weltkrieg im Südpazifik war. Während dieser fünf Jahre wuchs ich heran. Als wir uns wieder trafen, war Dar 22 und ich fast 18. Wir begannen, zusammen auszugehen – und wieder zu tanzen.
Dieses Mal tanzten wir für uns – wir fanden unsere Bewegungen, unsere Drehungen, unseren Rhythmus -, wir passten uns einander an und stellten uns aufeinander ein, wir genossen den Tanz. Wir waren zusammen so gut, wie wir es in Erinnerung hatten, und dieses Mal nahmen wir auch die langsamen Tänze in unser Repertoire auf.
Auf uns trifft die Metapher zu: Das Leben ist ein Tanz, eine Bewegung bestehend aus Rhythmus, Richtung, Stolpern, Fehltritten, manchmal langsam und präzise oder schnell, wild und voller Freude. Wir tanzten all diese Schritte.
Zwei Abende bevor Dar starb, waren wir von der Familie umgeben. Sie waren seit mehreren Tagen da – zwei Söhne und ihre Ehefrauen und vier unserer acht Enkelkinder. Wir aßen alle zusammen zu Abend, und Dar saß bei uns. Er konnte seit mehreren Wochen nicht mehr essen, doch er genoss alles – erzählte Witze, zog die Jungen mit ihrem Kartenspiel auf und spielte mit Jacob, dem Zweijährigen.
Nachher, als die Frauen in der Küche abspülten, legte ich ein Band von Nat King Cole ein. Dar nahm mich in seine Arme, so schwach wie er war, und wir tanzten. Seine Beine trugen ihn nur langsam, doch wir tanzten. Wir hielten einander, tanzten und lachten. Tränen gehörten nicht in unser Programm.
Wir taten das, was wir mehr als 50 Jahre lang liebend gern getan hatten und noch 50 Jahre länger liebend gern täten, wenn das Schicksal es so bestimmt hätte. Es war unser letzter Tanz – für immer unvergesslich. Ich hätte ihn um alles in der Welt nicht missen mögen.
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